für ein selbstgesteuertes Lernen mit KI
Wolfgang Spahn, Marc Eyer
23.4.2026


“In 2025, mehr als 2 von 5 Personen nutzen künstliche Intelligenz (KI), um Inhalte, Texte oder Bilder zu erstellen. Bei den 15- bis 24-Jährigen steigt diese Zahl auf 4 von 5.”

“The vast majority of [USA] teachers (85%), students(86%), and parents(70%) report that they have used AI, with personal uses more common than work or school uses.”
Marc
«Ich finde, die Schule sollte uns beibringen, wie man richtig mit Chat-GPT umgeht. So, wie es jetzt läuft – heimlich an den Lehrern vorbei –, bringt es nichts. Ich habe so eine Lehrerin in Italienisch, die schreibt uns ganz offen: Ich habe hier mit Chat-GPT ein kleines Übungsblatt gemacht, löst das doch auf morgen. Und das lösen wir dann natürlich auch mit Chat-GPT. Das mit dem Faulwerden stimmt halt schon.»
«[Text] zusammenfassen braucht sehr viel Zeit – wenn man das nicht mehr tun muss, bleibt mehr Zeit zum Auswendiglernen. Darum ergibt das Lernen mit KI in meiner Erfahrung die besseren Noten. Für das Gehirn wäre es wohl schon besser, es selbst zu machen – weil man den Inhalt dann eher versteht. Es gibt aber schlicht keinen Anreiz dazu.»
Marc, Wolfgang
Was sagt die Forschung zu den Auswirkungen von KI auf Lernen und Gedächtnis?:
MIT:“Over four months, LLM users consistently underperformed [less cognitive load, less recall] at neural, linguistic, and behavioral levels. These results raise concerns about the long-term educational implications of LLM reliance and underscore the* need for deeper inquiry into AI’s role in learning.”
Meta-Analysis: “[The study] indicates a large positive impact [large standardized mean difference] (g = 0.867) of ChatGPT on student learning performance. … [with] significant differences […] in the type of course, learning model, and duration. [For] higher-order thinking, it is crucial to provide corresponding learning scaffolds or educational frameworks*”

It seems ChatGPT can improve outputs while weakening internal cognitive construction at the same time !?
Wolfgang
Beobachtungen zeigen, dass Schüler*innen unterschiedlich mit ChatGPT interagieren, aber oft nur passiv.
Wie in der klassischen Pädagogik realisieren wir echten Kompetenzaufbau durch eine dialogische Interaktion auf Augenhöhe.

Oder, mit anderen Worten die Lernenden sitzen im KI-Bus am Steuer, nicht ChatGPT.

Es braucht Methodik um mit KI echte Kompetenz aufzubauen:

Es braucht eine enge Lernbegleitung durch Lehrpersonen und didaktische KI Ansätze.
Wir wollen ein Bild zeichnen, mit ChatGPT.
Arbeitsauftrag: Interagiere im Dialog mit ChatGPT, so dass ihr möglichst nahe an das gesuchte Bild kommt. Bild nicht hochladen!


Solche Ansätze funktionieren ABER sie erfordern eine sehr enge Lernbegleitung durch Lehrpersonen und Disziplin bei den Lernenden.
Spezifizieren und umsetzen eines konkreten KI-Tutor-Designs mit sichergestellten didaktischen Prinzipien
didaktische KI-Dialoge in Echtzeit umzusetzen und deren Qualität sicherzustellen
sich der Risiken bewusst sein und diese mindern und vermessen
das Zielverhalten eines KI-Tutors kennen und umsetzen
AIDu ein Prototyp für die Erforschung von pädagogischer KI im Unterricht.

Erlaubt die Erforschung verschiedener pädagogischer KI-Tutor-Konzepte in realen Klassenzimmer-Experimenten.
Wir können KI nutzen, um sehr unterschiedliche Lehrverhalten umzusetzen:
| Assessing | Überprüft Wissen schrittweise, gibt Hinweise, reagiert bewertend | |
| Solving | Bietet die vollständige Lösung und den Lösungsweg in einer einzigen Antwort | |
| Explaining | Liefert eine strukturierte Lösung in Schritten, überprüft das Verständnis | |
| Socratic | Führt den Lernweg durch leitende Fragen (suggestiv) zu einer vordefinierten Sequenz | |
| Epistemic | Gibt Feedback, Hinweise und strukturelle Unterstützung, während der Lösungsweg offen bleibt |
KI sollte in der Lage sein, all diese Lehrverhalten zu unterstützen, vor allem aber den Weg zu epistemischem Tutoring ebnen, um nachhaltig höherwertige Denkkompetenzen zu entwickeln.
Basiert auf Fred M. Newmann sowie John Bransford.
„Authentische intellektuelle Arbeit“ erfordert:
👉 Umsetzung durch produktives Ringen (Struggle):

Kombination von KI-Dialog mit authentischen Lernkontexten (Mikrowelten)

Seymour Papert (Theorie des Konstruktivismus) — Lernende verstehen am besten, wenn sie aktiv bedeutungsvolle Artefakte konstruieren und manipulieren.
Virtuelle Lernumgebung, die es Lernenden ermöglicht zu erkunden und zu experimentieren

Überwachung und Kontrolle von KI-Perfomance
Für jeden Dialogverlauf überprüft das System, ob die Antwort des KI-Tutors übereinstimmt
Durch die Verankerung des Dialogs in einer Prolog-basierten Sprechaktanalyse kann das System Rollenverletzungen, Fehlinformationen oder den Verlust der Tutorrolle erkennen.

Um die Bedeutung von Monitoring und Qualitätskontrolle zu veranschaulichen, haben wir einen KI-Tutor–KI-Schüler-Dialog 10 Mal mit denselben Ausgangsbedingungen und Prompts wiederholt.
Trotz identischer Ausgangsbedingungen divergiert der Dialog im Verlauf der Zeit. Wir beobachten Abweichungen vom intendierten epistemischen Tutoring-Verhalten sowie falsche Vorannahmen bereits im ersten Zug.
“Eine mündliche Prüfung dient nicht dazu, dem Lernenden beim Verständnis zu helfen, sondern zu überprüfen, ob der Lernende bereits Verständnis erlangt hat.”
Am Ende des didaktischen Dialogs divergieren die Antworten des Chatbots erheblich.
Was können wir lernen von der aktuellen KI-Qualitätskontrolle in anderen Bereichen, wie z.B.:
Entscheidungen werden explizit überwacht und kontrolliert, um die Einhaltung von Standards und die Vermeidung von Fehlern sicherzustellen.

Was können wir lernen von der aktuellen KI-Qualitätskontrolle in anderen Bereichen, wie z.B.:
Entscheidungen werden explizit überwacht und kontrolliert, um die Einhaltung von Standards und die Vermeidung von Fehlern sicherzustellen.


R. Langenegger. “Lernen durch KI: Eine Pilotstudie zum Einsatz eines ITS der PHBern im Informatikunterricht auf gymnasialer Stufe”. Abschlussarbeit, GymInformatik. MA thesis. PH-Bern, 2025
| Comparison | Pretest M (SD) | Posttest M (SD) | t(df) | p | d |
|---|---|---|---|---|---|
| Overall (n = 84) | 4.99 (5.72) | 11.80 (5.93) | −8.24 (83) | < .001 | 0.90 |
Knowledge increased significantly from pretest to posttest with a large effect. While gender difference present at pretest was no longer significant at posttest.
Here we see a significant variability in the quality of interaction across dialogues => Symbolic supervision and monitoring is crucial in field systems.

J. Buchner, W. Spahn, and M. Eyer. “AIDu: Epistemisches KI Tutoring für ein selbstgesteuertes Lernen”. In: SGFB Jahreskonferenz. University of Zurich, Switzerland, 2026.
Nächste Schritte

Danke für die Aufmerksamkeit


CAS in Artificial Intelligence for Teachers Mathematical Institute, University of Bern, and University of Teacher Education Bern (PHBern) CAS: AI4T
| Comparison | Pretest M (SD) | Posttest M (SD) | t(df) | p | d |
|---|---|---|---|---|---|
| Overall (n = 84) | 4.99 (5.72) | 11.80 (5.93) | −8.24 (83) | < .001 | 0.90 |
Knowledge increased significantly from pretest to posttest with a large effect. While gender difference present at pretest was no longer significant at posttest.
Here we see a significant variability in the quality of interaction across dialogues => Symbolic supervision and monitoring is crucial in field systems.

J. Buchner, W. Spahn, and M. Eyer. “AIDu: Epistemisches KI Tutoring für ein selbstgesteuertes Lernen”. In: SGFB Jahreskonferenz. University of Zurich, Switzerland, 2026.
